Fünf Glocken

Neue Klänge - schöne Aussichten
Fotos: VZN









Die Glocken von St. Marien waren für die Neubrandenburger immer ein Stück Identität.
 
 
Als die kaiserlichen Truppen unter General Tilly Neubrandenburg eroberten, verhinderten die Neubrandenburger den Verlust der Glocken von St. Marien durch eine Lösegeldzahlung.
 
Durch einen Blitzschlag wurden 1655 die fünf Glocken sowie die Turmuhr von St. Marien völlig zerstört.
 
 
In der Zeit danach erhielt die Kirche immer wieder neue Glocken, die entweder durch Feuer und Einsturz des Turmes zerbrachen oder für kriegswirtschaftliche Zwecke - wie im Jahre 1917 - entwendet wurden.
 
 
Am Ende des Ersten Weltkrieges hing im Glockenstuhl von St. Marien nur noch eine einzige Bronzeglocke.
Im Februar 1922 wurde die Anschaffung von drei Stahlglocken für St. Marien beschlossen. 23 Jahre später, zum Ende des Zweiten Weltkrieges, fielen die Glocken dem Stadtbrand zum Opfer.
Der Sturz in die Tiefe beschädigte sie stark. 1956 wurden sie in einem neuen Glockenstuhl aus Stahl wieder aufgehängt, nachdem eine Glockenfirma die drei übrig gebliebenen Glocken notdürftig überarbeitete.
 
Dank der Initiative “5 Glocken für Neubrandenburg” hat diese Notlösung nun ein Ende gefunden.
Am 10. Dezember 2006 haben ca. 5.000 Neubrandenburger ihre neuen fünf Glocken an der Marienkirche in Empfang genommen.
 
Insgesamt waren 200.000 Euro für die Anschaffung der fünf Bronzeglocken und des neuen Glockenstuhls erforderlich.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern steuerte aus dem Zukunftsfond 20.000 Euro bei, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Land Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin unterstützte das Projekt mit 65.000 Euro.
Durch Spendenaktionen von Firmen und Institutionen sowie dank vieler, vieler Einzelspender konnte die verbleibende Summe von beachtlichen 100.000 Euro aufgebracht werden.
 
 
Für die Montage der Glocken waren umfangreiche Bauarbeiten im Foyer und im Westturm erforderlich.
Um den Betrieb der Konzertkirche Neubrandenburg nur geringfügig zu beeinflussen, wurden diese mit ebenfalls anstehenden Umbaumaßnahmen im Westturm kombiniert und zeitgleich durchgeführt.
 
Unter Einsatz von Städtebaufördermitteln des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern entstand ein Umgang um den Turm, welcher den Besuchern der Kirche einen beeindruckenden Blick über die Stadt der vier Tore und den Tollensesee ermöglicht.
 
 
 
Lob- und Dankglocke: Ton: h',
  Durchmesser: 894 mm, Gewicht: 538 kg
 
Gebetsglocke: Ton: gis',
  Durchmesser: 1.045 mm, Gewicht: 828 kg
 
Sakramentsglocke: Ton: a',
  Durchmesser: 984 mm, Gewicht: 702 kg
 
Marienglocke: Ton: h°,
  Durchmesser: 1.710 mm, Gewicht: 3.363 kg
 
Johannesglocke (Sonntagsglocke): Ton: e',
  Durchmesser: 1.322 mm, Gewicht: 1.695 kg
 

 
Tondateien mit dem Läuten am Tag
der Gockenweihe: 24. Juni 2007
 
Link:www.anzeigenkurier.de/glocken
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